Studienstiftung des deutschen Volkes Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH


f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung [Logo]

PR für Entwicklung?

Volker Angres, ZDF, Leiter der Redaktion "Umwelt"
PR für Entwicklung? / Volker Angres, ZDF, Leiter der Redaktion "Umwelt" / Zusammenfassung | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


05.12.2002, 20:00 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


Abbildung:

1. Klischee "Entwicklungshilfe" als "Hungerhilfe"

seit Jahrzehnten "gut gelernt": die Kirchen und andere Hilfsorganisationen fördern das eingängige Klischee, setzen auf die leicht verständliche Botschaft "Wir müssen helfen". Grund: sie fürchten, andernfalls bislang fließende Spendeneinnahmen zu gefährden. Trotz Rio und Johannesburg stehen "Hungerhilfe", "Brot für die Welt" in der Öffentlichkeit exemplarisch für "Internationale Zusammenarbeit".


2. Wer und wie viele Menschen schauen sich Sendungen zu Entwicklungshilfe- und Umweltthemen im Fernsehen an?

Lässt sich ablesen anhand von Auswertungen, insgesamt: das Interesse der Deutschen an Auslandsthemen hat nachgelassen. Profil der Zuschauer für Umwelt- und Entwicklungssendungen: etwas mehr Frauen, besser gebildet, mittleres bis höheres Einkommen, ab 35 Jahre aufwärts

Ansatz der Umweltredaktion für die Vermittlung von Themen aus dem Bereich Entwicklung: Personalisierung: Geschichten erzählen anhand persönlicher Schicksale von Menschen – Beispiel: Taxifahrer Joseph in Johannesburg: Wie kommt er an das tägliche Trinkwasser?


3. Wem sind die Versäumnisse zuzuschreiben, dass das Thema Entwicklung bei Wahlen keinen Prozentpunkt bringt?

Erstes Problem: es werden nur die ohnehin bereits Interessierten Gruppen, die "Getauften" angesprochen.

Zweitens: Generelles Problem öffentlicher Diskussionen: Referenten mit "vorauseilendem Gehorsam" legen Politikern Sprechblasen in den Mund, anstatt diese frei reden zu lassen - Entwicklung muss aber menschlich, verständlich dargestellt werden!

Drittens: Öffentlichkeitsarbeit: Es sollten Leute als Maßstab (für Zielgruppe) genommen werden, die überhaupt keine Berührungspunkte mit fremden Kulturen haben.Wichtig: Betroffenheitsrhetorik aus der Wahrnehmung von Entwicklungshilfe nehmen, Gegenseitigkeit betonen, Wir rezipieren (Eingängiges Beispiel: Grundlagen der Popmusik kommen aus Afrika)


4. Probleme bei der Vermittlung des Themas Entwicklung:

Die Zusammenhänge sind komplex und damit oft schwer vermittelbar – sie werden aber manchmal auch bewusst von bestimmten Interessengruppen oder Politikern als "kompliziert" und nicht verständlich dargestellt – mit dem Ziel, Berichterstattung zu verhindern (Beispiel Klimaschutz). Hier können Journalisten korrigierend eingreifen. Aber auch sie unterliegen den Regeln des "Marktes": müssen ihren Chefredakteuren (und Zuschauern und Lesern) erläutern, wo der Neuigkeitswert/das Besondere der Information/eines Beitrags liegt.


5. Vorschläge für bessere "PR für Entwicklung":

Erstens: das vorhandene Interesse müsste stärker gefördert werden, z.B. die Möglichkeit, Zivildienst im Ausland zu leisten.

Zweitens: PR für Entwicklung beginnt in der Schule: in Unterrichtsplänen müsste der Austausch mit Schulen v.a. in Ländern außerhalb Europas fester Bestandteil sein: Konkreter Vorschlag: jeder Schüler verbringt mindestens einen Monat seiner Schullaufbahn im Ausland.

Wichtigste Erkenntnis des Abends: Die Diskussion über "PR für Entwicklung" wird fortgesetzt.

zusammengefasst von Kirsten Selbmann


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Philipp Steinheim und Michael Stoyke



Login

Emailadresse:

Passwort:



Passwort vergessen

GTZ-Haus Berlin

SchriftgrößeSchrift vergrößern Schrift verkleinern

DruckversionDruckversion | Seitenanfang


(c) 2002-2012 stoyke.com