Studienstiftung des deutschen Volkes Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH


f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung [Logo]

Nachhaltiger Erfolg: Evaluation von IZ

Dr. Horst Breier, BMZ, Leiter des Referats "Zentrale Erfolgskontrolle"
Nachhaltiger Erfolg: Evaluation von IZ / Horst Breier, BMZ, Leiter des Referats "Zentrale Erfolgskontrolle" / Zusammenfassung | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


11.05.2004, 19:00 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


Herr Dr. Breier eröffnete die Diskussionsrunde mit einem zusammenfassenden Rückblick auf die über 30-jährige Entwicklungsgeschichte der Evaluierung in Deutschland:

  • Angefangen hat die Geschichte der Evaluierungen mit kleinen internen „Inspektionseinheiten“ als Form der entwicklungspolitischen Erfolgskontrolle in den 70-er Jahren. Hauptfunktion war die Sicherung und Überprüfung der Einhaltung der Rechenschaftspflicht.

  • In den 80-er und 90-er Jahren traten die Grenzen bei der Konzeption von Entwicklungspolitik mit ihrer Einzelprojektorientierung, einem „Planungsoptimismus“ und mangelnden Absprachen und Ziel- wie Zweckverständigungen zwischen den Kooperationspartnern (speziell den sogenannten Geber- und Nehmerländern) in der IZ deutlich zutage.

  • 1989 gab es eine kleine Anfrage im Bundestag zur Nachhaltigkeit deutscher EZ-Projekte.

  • 1997 begann eine breitangelegte Untersuchung über die Wirkungen deutscher EZ für das BMZ, die Herr Dr. Breier inhaltlich betreute und aus der ein neues Evaluierungskonzept für Deutschland entwickelt wurde, welches einen Paradigmenwechsel in der Evaluation der deutschen EZ unterstützte.

  • Ein neues Institutionenverständnis – das einer lernenden Organisation – entwickelte sich. Der Paradigmenwechsel beinhaltete die Differenzierung und Schwerpunktsetzung in den Bereichen thematischer, sektoraler und instrumenteller Evaluation. Einzelprojektorientierung wurde durch projektübergreifende Ansätze ersetzt. Die Herausstellung des Systemzusammenhangs sowie der Politik- und Managementrelevanz und letztlich die Schaffung einer Evaluierungskultur in Deutschland mit ihrer Professionalisierung von Evaluierenden waren maßgebliche Prozesse.

  • Es folgten umfassende Evaluierungen der Dezentralisierung der GTZ, der Außenstruktur der deutschen EZ-Institutionen und der Fachlichkeit von EZ.

  • Seit dem Amtsantritt von Heidemarie Wieczorek-Zeul werden Evaluierungen auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um die Transparenz über die Wirkungen deutscher EZ zu erhöhen.


Zunehmend werden auch lokale Gutachter/innen für Evaluierungen eingesetzt oder es werden Gutachter-Teams gebildet, um sicherzustellen, dass unterschiedlichen Aspekten Rechnung getragen wird.

In der anschließenden Diskussion wurden folgende Punkte hervorgehoben:

  • Die Problematik der Unabhängigkeit von Gutachter/innen.

  • Das Spannungsverhältnis von EZ-Institutionen zwischen Lernen und Rechenschaftspflicht.

  • Die Ausbaufähigkeit partizipativer Ansätze in der Evaluation.

  • Die Frage der Nachhaltigkeit von Evaluationsergebnissen und –maßnahmen sowie die Implementierung beispielsweise von den lessons learned und die Problematik der Abstimmungsprozesse zwischen den verschiedenen Ministerien sowie die Fokusverlagerung hin zum Wirkungsmonitoring.

  • Herr Dr. Breier stellte auch die kulturellen Unterschiede von Evaluationskonzeptionen heraus und betonte die Notwendigkeit, sich von reinen „donor-driven“ Ansätzen zu verabschieden und stärker interkulturelle Kompetenzen und die Vielfalt von Evaluationsverständnissen positiv zu nutzen.

  • Besonders für den deutschen EZ-Kontext ist auch eine stärkere Internationalisierung, bzw. „Entprovinzialisierung des Gutachtermarktes“ erforderlich, um den interkulturellen Anforderungen auch auf internationaler Ebene gerecht zu werden.


Auf die abschließende Frage, welche Kompetenzen wir als potentieller Nachwuchs heute mitbringen müssten, um eine gute Gutachter/in zu werden, betonte Herr Dr. Breier vor allem die interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit, eine drafting ability sowie das Generalistentum („Spezialistentum fürs Allgemeine“).

zusammengefasst von Christine Wank


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Albrecht Blümel, Astrid Harnisch und Christine Wank



Login

Emailadresse:

Passwort:



Passwort vergessen

GTZ-Haus Berlin

SchriftgrößeSchrift vergrößern Schrift verkleinern

DruckversionDruckversion | Seitenanfang


(c) 2002-2012 stoyke.com