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Friedenssicherung und Terrorbekämpfung in der IZ

Adolf Kloke-Lesch, BMZ, Ministerialdirigent, Unterabteilungsleiter Friedensentwicklung und Krisenprävention, Außen- und Sicherheitspolitik
Friedenssicherung und Terrorbekämpfung in der IZ / Adolf Kloke-Lesch, BMZ, Ministerialdirigent, Unterabteilungsleiter Friedensentwicklung und Krisenprävention, Außen- und Sicherheitspolitik / Zusammenfassung | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


27.04.2004, 19:00 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


1. Themeneingrenzung: Terrorismus und Islam
Geographische Eingrenzung schwierig, unterschiedliche Ansätze, z.B.

  • Greater Middle East (von Marrakesch bis Bangladesch)

  • Arabischer Raum

  • islamischer Raum – schwierig da zahlreiche islamische Länder nicht zum Krisenraum gehören (z.B. Malaysia)


2. Gründe für Terrorismus:

  • Fehlender Dialog auf gesellschaftlicher und zwischenstaatlicher Ebene.

  • Gefühl der Ausgrenzung und Dominanz in der „islamischen Welt“.

  • Entwicklungsstagnation (Religion nicht der Ursache, wenn man an frühere Zeiten denkt).

  • Ölrenten separieren Staat und Gesellschaft.

  • Religion fungiert als Auffangbecken für Perspektivlosigkeit.


3. Welchen Beitrag kann die Entwicklungspolitik leisten:

  • Diese Frage betrifft flächendeckend alle Politikfelder auf deutscher und internationaler Ebene, nicht nur EP. Beantwortung erfordert kohärentes Handeln.

  • Analytische Ebene: Erschließung des in der Entwicklungszusammenarbeit vorhandenen Wissens: Analyse der Akteure, Suche und Aufbau von Partnerstrukturen in entsprechenden Ländern mit dortigen, akzeptierten Stiftungen, NGOs, Kirchen etc. – ggf. sind gerade Partner zu wählen, die auf den ersten Blick nicht zu „uns“/in „unser“ Weltbild passen.

  • Förderung eines zivilgesellschaftlichen Diskurses und politische Partizipation.

  • Evaluation: Überprüfung des eigenen Engagements, der eigenen Haltung, der Gestaltung von Programmen.

  • Keine Anreize für „Bad Performers“ (indem Mittel dort steigen).

  • Grenzen der Entwicklungspolitik: Ressourcenknappheit, Beharrungskräfte von Verwaltungen


4. Organisation von Veränderungsprozessen

  • Grundlage: Klärung und Explizierung der eigenen nationalen bzw. europäischen Gestaltungsinteressen;

  • Schwer mit Konditionalitäten durchzudrücken.

  • Geberkoordination, Kohärenzproblem.

  • „Kluge Macht“: Beziehungs-, Prozess-, Strukturmacht (E.-O. Czempiel)

  • Institutioneninteressen, Länderinteressen.


5. Verbesserung der Trägerkooperation:

  • 12. Mai: Aktionsplan Krisenprävention wird im Kabinett beschlossen.

  • Verstärkte Politisierung der Ländergespräche.

  • Ist Grand Design überhaupt realistisch? In (post-)modernen Gesellschaften können große Entwürfe nicht durch einen hierarchischen Politikapparat durchgesetzt werden; statt dessen ist multiple Akteurskoordination erforderlich

  • Koordinationsprobleme innerhalb des BMZ: abstrakte Vorgaben der strategischen Arbeitseinheiten versus konkrete Programminteressen z.B. von Länderreferaten


6. Antiterror, Zusammenarbeit mit der EU?

  • 25. März Erklärung zum Kampf gegen Terrorismus.

  • 12. März Europäische Sicherheitsstrategie/“Solana Papier“.

  • EU-Aktionsplan, Road Map.

  • Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Sicherheitsstrategie ist wichtig.


7. Verschiebung der Schwerpunkte?

  • Afghanistan und andere Mittel aus dem Anti-Terror-Paket: diese müssen „zusätzlich“ bleiben und dürfen nicht vom Gesamtbudget der EZ „abgezogen“ werden.

  • Inhaltlich verstärkte Betonung des Good Governance-Gedankens


zusammengefasst von Irina Müller


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Manuela Grätz



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