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Clean Development Mechanism (CDM) - Symbiose aus Klimapolitik und Entwicklungszusammenarbeit?
Lambert Schneider, Öko-Institut e.V., Wissenschaftlicher Mitarbeiter Energie & Klimaschutz Clean Development Mechanism (CDM) - Symbiose aus Klimapolitik und Entwicklungszusammenarbeit? / Lambert Schneider, Öko-Institut e.V., Wissenschaftlicher Mitarbeiter Energie & Klimaschutz / Materialien | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung
10.03.2009, 19:00 Uhr GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20

Kritische Thesen zum CDM vorgestellt von Lambert Schneider

f.ize Veranstaltung am 10.03.2009 in Berlin

1. Zusätzlichkeit: Die tatsächliche Zusätzlichkeit von CDM-Projekten kann nicht objektiv bewiesen oder geprüft werden

- Einführung von objektiven Kriterien (z.B. Emissionsbenchmarks)?

- Geringere Bewertung von CERs gegenüber ETS allowances?

2. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung: „Dem Markt überlassen, trägt der CDM nicht wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung bei“ (Olsen 2007).

- Prüfung durch Dritte anstelle der Gastländer?

- Positiv/Negativlisten (z.B. Gold Standard)?

3. Perverse Anreize: Der CDM könnte Regierungen in Gastländern davon abhalten, ambitionierte Klimapolitiken umzusetzen. Ein Dilemma ohne Ausweg:

- Keine Berücksichtigung neuer Politiken => viele nicht-zusätzliche Projekte

- Berücksichtigung neuer Politiken => Perverse Anreize für Gastländer

4. Designated Operational Entities (DOEs): Mangel an qualifiziertem Personal in Gastländern und fehlende Anreize für eine genaue Prüfung führen zu erheblichen Mängeln.

- Klarere Regeln vom CDM-Exekutivrat erforderlich

- Bezahlung der DOEs durch UNFCCC

- Finanzielle Sanktionen bei Fehlverhalten

5. Arbeit von CDM-Exekutivrat und UN-Sekretariat: Genehmigungspraxis ist gesteuert von politischen Interessen (CDM-Exekutivrat) und erfolgt häufig nicht transparent und nach klaren Regeln.

- Neue institutionelle Architektur ähnlich von Regulierungsbehörden

6. Mitnahmeeffekte: Bei einigen Projekttypen (HFKW-23, N2O) gibt es sehr hohe Mitnahmeeffekte.

- Einführung ambitionierter Emissionsbenchmarks

7. Geographische Verteilung von CDM-Projekten: Es gibt nur wenige Projekte in Least Developed Countries (LDCs).

- Fokussierung des CDM auf LDCs und weniger entwickelte Länder

- Unterschiedliche Abdiskontierung von Projekten je nach Gastland

8. Carbon leakage: Der CDM kann zur Produktionsverlagerung von Industriestaaten in Entwicklungsländer führen (z.B. Adipinsäureherstellung).

9. Kapazitätsaufbau: Der CDM hat sehr erheblich zu einem erhöhten Klimabewusstsein im privaten und öffentlichen Sektor in Entwicklungsländern beigetragen.

Es gibt erheblichen Reformbedarf:

• Emissionshandel + sektorales Crediting sollten CDM in Schwellenländern ablösen

• Objektive Ansätze zur Zusätzlichkeit: Emissionsbenchmarks + Negativlisten

• Abdiskontierung von CERs

• Regulierung des Marktes durch unabhängigen Regulierer

Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Joanna Münker, Sebastian John und Lion Hirth
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